Zurich — 3 May 2008
Andreas Hofer, Jennifer Jordan, Hildegard Spielhofer - The Trees Bring Forth Sweet Ecstasy III
Mit der Station bei Karma International in Zürich findet die dreiteilige Ausstellungsserie von "The Trees Bring Forth Sweet Ecstasy" ihren Abschluss. Der Titel der Ausstellungen entstammt Wiliam Blakes Gedicht "The Mental Traveler". Das Thema des Lebenskreislaufes, das Blake in seinem Gedicht beschreibt – die Bewegung zwischen Leben und Tod, Liebe und Hass, Anziehung und Abstossung, übertrugen die Kuratorinnen Caroline Eggel und Christiane Rekade auch auf die Ausstellungsform: "The Trees Bring Forth Sweet Ecstasy" wanderte an drei verschiedene Orte, sie zitiert, verändert und wiederholt sich.
Die erste Station fand im Ausstellungsraum Klingental in Basel statt (Juni 2007, mit Alessandro Ceresoli, Björn Dahlem, Lucile Desamory, Edit Oderbolz, Kilian Rüthemann, Yorgos Sapountzis). Die dort gezeigte Videoarbeit "Yeti Lines" von Yorgos Sapountzis wurde in den Projektraum exex in St. Gallen (September 2007) transferiert und trat dort mit den Arbeiten von Jeroen Jacobs, Diego Perrone und Hildegard Spielhofer in Dialog. Der Zyklus "Portobello", aus welchem Spielhofer in St. Gallen eine Fotografie zeigte, wird nun auch in der letzten Ausstellung aufgegriffen und mit den Arbeiten von Jennifer Jordan und Andreas Hofer kombiniert.
Die grossformatigen Fotografien eines Schiffswracks entstehen ausschliesslich nachts am verlassenen Strand von Portobello, den Hildegard Spielhofer immer wieder aufsucht. Mit Hilfe einer Taschenlampe erforscht sie die Formen des gestrandeten Bootes und ermöglicht so die Übertragung mittels Langzeitbelichtung. Das Geheimnissvolle wird aber durch dieses Ertasten keineswegs aufgelöst, sondern bleibt durch den Aspekt der Vergänglichkeit und Leere enthalten.
Angeregt durch die Portobello-Serie haben vier AutorInnen Texte verfasst, die Hildegard Spielhofer nun in einer Publikation zusammengefasst hat. Zur Eröffnung werden Fragmente des Textes von Matthias Kuhn durch den Schauspieler Silvester von Hösslin vorgetragen.
Die immerwährenden Wiederholungen der Gezeiten laden die abstrakte Textilarbeit von Jennifer Jordan assoziativ auf, indem der Verlauf von Körperbewegung im Raum selbst nachempfunden wird. Sackleinen, ein einfaches Material, wird über bewegliche Achsen gespannt, womit es seine Dreidimensionalität erhält. Bei der Entwicklung der Arbeit, die den Raum und die darin stattfindenden Bewegungen aufnimmt, bildet die Schwerkraft den entscheidenden Faktor. Wie ein vom Wind gebauschtes Segel strahlt es trotz seiner Leichtigkeit Kraft aus. Die hier wirksame Dynamik von Anziehung und Abstossung wird auch in den Zeichnungen von Andreas Hofer beschrieben. Sein Werk bringt verschiedene kontroverse Themen zusammen und schafft spannungsgeladene Verknüpfungen. Unbeirrt durch mögliche Missverständnisse mischt er Gut und Böse, Science Fiction und Weltgeschichte, womit er teils provokative Parallelen eröffnet. In "Forever Lost in Space" treffen Superhelden aus dem Weltall auf Fragmente der Alp. Das Motiv des Western sowie die Flugbewegungen der Comicfigur nehmen Momente des Reisens und der Veränderung auf. Das Zusammenspiel dieser drei Werke ist geprägt vom steten Wechselspiel zwischen den Gegensätzen. So erzählt die letzte Folge "The Trees Bring Forth Sweet Ecstasy" vom immerwährenden Kreislauf des Lebens- vom Hin und Her zwischen vorwärts-bewegen und innehalten.
Eine Ausstellung in Folgen kuratiert von Caroline Eggel und Christiane Rekade.
Die Publikation, die sich wie die Ausstellung von Station zu Station weiterentwickelte, wird zum Ende dreiteilig und vollständig zu erhalten sein.
Wir danken APPENZELLERBIER für die grosszügige Unterstützung!

