Berlin - 3 May 2008 - 5 July 2008
Axel Hütte - Fog & Fire
Galerie Wilma Tolksdorf zeigt die erste Ausstellung von Axel Hütte in ihren Berliner Räumen.
Auf der Suche nach seinen Motiven bereist Axel Hütte die ganze Welt. Unter dem Titel "Fog & Fire" setzt der renommierte Fotokünstler mit neuen Arbeiten seinen Zyklus von Landschaftsbildern fort und greift dabei insbesondere das Thema Nebel wieder auf. Diese jüngsten Arbeiten sind hauptsächlich in New Mexico und Zentral- und Südamerika entstanden.
Axel Hütte geht mit genauen Bildideen an seine sehr präzise komponierten Arbeiten heran. Mitunter wartet er tagelang, bis das Licht seinen Vorstellungen entspricht. Dabei geht es ihm, wie er in einem Interview bemerkte, "nicht darum, Kleinstrukturen eins zu eins nachzubilden", sondern um die "grösste atmosphärische Verdichtung". Dies gelingt ihm in diesen neuen Arbeiten hervorragend. Seine Landschaftsaufnahmen sind so konstruiert, dass der Standpunkt des Fotografen unklar bleibt und den Betrachter dazu veranlasst, sich selbst zur dargestellten Landschaft in Beziehung zu setzen. Dies ist umso mehr der Fall, da hier, wie so oft in den Landschaftsbildern Hüttes, keine Menschen und auch keine Spuren des Menschen zu sehen sind. Zudem wird der Blick begrenzt durch Nebel oder Rauch, so dass man die Weite und Tiefe der Landschaft zwar nicht sehen, aber doch emotional erfassen kann. Seine Arbeiten haben nichts Anekdotisches, erzählen keine Geschichten, sondern zeigen eher, so Hütte, den "Stillstand der Zeit" und lassen dem Betrachter viel Raum für eigene Assoziationen. So ist beispielsweise in den Nebelbildern vollkommen unklar, zu welcher Jahres- und Tageszeit sie aufgenommen sind, sie wirken tatsächlich wie aus der Zeit gefallen. Ebenso weiss man in den Feueraufnahmen nicht, was diese Brände hervorgerufen haben könnte, und auch sie wirken zeitlos und erstaunlicherweise ruhig und nicht besonders dramatisch.
Die beiden Arbeiten zu Anfang der Ausstellung, die Berglandschaften Geltenham und Sandia Mountains, sind konventionelle Fotoprints, wie wir sie bereits von Axel Hütte kennen, da hier grösstmögliche Schärfe und unübertroffener Detailreichtum erreicht werden kann. Der Künstler zeigt hier die harte Struktur der Berge.
Ganz anders die Feuer- und Nebelbilder. Diese fünf Arbeiten sind keine Fotoprints, sondern auf Naturpapier belichtete Ditone-prints – eine Technik, die der Künstler hier zum ersten Mal anwendet. Die im Vergleich zu Fotopapier stumpfere Oberfläche des Papiers ist sehr viel sinnlicher und weicher und daher bestens geeignet für die melancholischen Nebelaufnahmen und die beeindruckenden Feuerbilder. So wird über die Struktur des Papiers ein ästhetischer Effekt erzielt. Der Kontrast zwischen diesen beiden Techniken trägt zum besonderen Reiz dieser Ausstellung bei.
Axel Hütte gehört zu den international renommiertesten Fotokünstlern. Seine Arbeiten sind in den wichtigsten Sammlungen weltweit vertreten. 1951in Essen geboren, lebt und arbeitet er in Düsseldorf.

