Küsnacht - 20 September 2008 - 8 November 2008

Daniel Pflumm

Daniel Pflumm: Untitled, 2008
Daniel Pflumm: Untitled, 2008
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Mit einer Einzelausstellung zeigt Grieder Contemporary Arbeiten des Künstlers Daniel Pflumm. In verschiedenen Medien seziert Pflumm seine Umgebung, in der immer stärker die Ästhetik von Werbeanzeigen, bunten Firmen-Logos und TV-Bildern dominiert. Was bei Pflumm zuerst als dekorativ erscheint, entlarvt sich auf den zweiten Blick als geschickte Irritation der Wahrnehmung.

In geloopten Videoarbeiten, knalligen Leuchtboxen und Siebdrucken thematisiert Daniel Pflumm in der Tradition der Pop und Minimal Art die zunehmende Medialisierung der Gesellschaft. Die Einführung verschiedener Videoformate, die Etablierung des Internets und die zunehmende Konsumkultur beschleunigten und veränderten die Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten massiv.

Daniel Pflumm: Untitled, 2008
Daniel Pflumm: Untitled, 2008
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Die Videoarbeiten von Pflumm sind meist Loops von vorgefundenem Bildmaterial, das der Künstler in schlaflosen Nächten vom Fernsehen aufnimmt und neu zusammenschneidet. Den geschaffenen Sequenzen unterlegt er Tonspuren, die den Rythmus der Bilder extrahiert und deren Eigendynamik enthüllt.

Während Pflumms Videoarbeiten die visuelle Umgebung in ihrer Bewegung abstrahieren, entlarven die Leuchtkästen und Siebdrucke bunte Logos und Icons der Konsumkultur in einzelnen Farb- und Formelementen. Pflumm zerlegt die vorgefundenen Bilder des medialen Fundus in ihre Einzelteile, sortiert, und drapiert sie neu. Daraus entstehen essentielle Farb- und Formfragmente, die der Betrachter als Logo bekannter Firmen, der Werbung und TV-Sendungen wiedererkennt. Der Künstler arbeitet mit der Strategie der Entkontextualisierung und schafft so leichte Verzerrungen der Wirklichkeit, die den Blick des Betrachters für eine alternative Wahrnehmung der Welt öffnen.

Daniel Pflumm: Untitled, 2008
Daniel Pflumm: Untitled, 2008
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Durch diese Abstraktion schafft Pflumm eine neue Sinn-Ebene, die den Betrachter zu irritieren vermag. Die leuchtenden Formen sind einerseits ästhetisch und reizen die Aufmerksamkeit des Publikums. Gleichzeitig stimmen sie nachdenklich, indem sie unbewusst nach der semantischen Referenz der Formen suchen lassen. Der Wiedererkennungswert ist trotz Verfremdung überraschend und veranschaulicht die Dominanz der Bilder.

Man mag Pflumms Taktik poetische Subversion nennen - doch solche Kategorisierungen sind dem Künstler suspekt. Lieber will er Fragen stellen und wissen, wie sich unsere Wahrnehmung durch die Bilderflut verändert hat. Er mag die unbequeme Position des Zweifels. Man möchte ihn beruhigen, wenn der Künstler nachdenklich in seinem Atelier in Berlin steht und sagt: "Mit Video kann man gar nicht soviel zeigen." Doch in dieser Aussage schwingt weniger Verzweiflung als vielmehr Faszination mit - und genau das dürfte die Qualität Pflumms Arbeiten ausmachen.

Die Ausstellung zeigt Arbeiten von Daniel Pflumm (*1968) aus den letzten Jahren sowie speziell für die Ausstellung bei Grieder Contemporary produzierte Werke.

at the Opening of Daniel Pflumm at Grieder Contemporary, Küsnacht-Zurich
at the Opening of Daniel Pflumm at Grieder Contemporary, Küsnacht-Zurich

19 September 2008
Daniel Pflumm and Damian Grieder
Photo: likeyou - the artnetwork
© Centrik Isler

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Grieder Contemporary

Lärchentobelstrasse 2
8700 Küsnacht ZH
Phone: 
+41 43 818 56 07
Fax: 
+41 43 818 56 08
Exhibition
20 September 2008 - 8 November 2008
Online since 16 September 2008
Opening Hours: 
Fri/Sat 2 - 6 pm, and by prior arrangement