München - 24 April 2008 - 9 November 2008
Anouk De Clercq - Motion for Newton
Bewegung steht auch im Zentrum der neuen Bespielung der Seven Screens. Die belgische Künstlerin Anouk De Clercq konzipierte mit der Videoinstallation "Motion for Newton" allerdings einen grafisch reduzierten, auf geometrische Formen konzentrierten Videoloop, der sich stark von den bisherigen Bespielungen der Seven Screens absetzt. In Motion for Newton, einer Hommage an den berühmten Physiker, lässt Anouk De Clercq Linien und Formen im Wechselspiel mit ihrer direkten Umgebung aufeinander wirken.
Die computergenerierten Videos von Anouk De Clercq konzentrieren sich meist auf einen speziellen räumlichen Kontext. So auch "Motion for Newton". Ausgangspunkt für diese Arbeit ist die Architektur des OSRAM-Hauses, speziell die Fenster des Gebäudes. Ausgehend von diesem architektonischen Vokabular hat die Künstlerin in ihrer Videoarbeit auf den Seven Screens neue schwarz-weisse Abstraktionen geschaffen.
"Motion for Newton" ist für den spezifischen Ort und den im Fahrzeug passierenden Rezipienten kreiert und thematisiert Grossstadtarchitektur im Allgemeinen. Anouk De Clercq selbst bezeichnet ihre Arbeit als "konstruktivistisches Mobile", das sowohl von der Stelenform der Seven Screens als auch von Hochhäusern und Wolkenkratzern inspiriert ist. Mit "Motion for Newton" schafft sie ein assoziatives Wechselspiel von Licht und Schatten, von sich ständig wandelnder, konkreter Form und abstrakter Geometrie.
Interdisziplinarität und die Transformation unterschiedlicher ästhetischer Medien bilden einen weiteren Schwerpunkt der Arbeiten von Anouk De Clercq, die u. a. als Bildende Künstlerin und Komponistin arbeitet. In "Motion for Newton" visualisiert sie musikalische Rhythmen und schafft so neue virtuelle Räume. In unablässiger Bewegung kreisen Formen wie sphärische Klänge umeinander. Der sich bewegende Körper im Verhältnis zu seiner Umgebung ist das Hauptthema der Arbeit. Die Seven Screens werden zu "motion sculptures" und zu einer Hommage an Isaac Newton: Er, der Verfasser der "Philosophiæ Naturalis Principia Mathematica 1687", hat die universelle Gravitation und die Bewegungsgesetze beschrieben und damit den Grundstein für die klassische Mechanik gelegt.
Die junge 1971 in Brüssel geborene Künstlerin Anouk De Clercq gehört zu den Shootingstars der belgischen Kunstszene und wurde in diesem Jahr bereits für den Flämischen Kulturpreis nominiert. Sie studierte zunächst Klavier und Komposition an der Musikschule in Gent und dann Film an der St.-Lukas Kunsthochschule in Brüssel. Anouk De Clercq entwickelt ihre Projekte in kollaborativen Arbeitsprozessen gemeinsam mit Schriftstellern, Musikern, Choreografen, Architekten und Programmierern. Dabei sind es vor allem die Videoarbeiten, die ihr international einen Namen verschafft haben. Ihre Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen wurden international vielfach honoriert, u. a. mit der Auszeichnung des Future Imprint International Animation-Wettbewerbs, Taipei 2003, dem ersten Preis des Courtisane Kurzfilm-, Video- und Animations-Festivals, Gent (2004), dem International Backup Award New Media in Film, Weimar (2004), dem Illy Prize für die beste Einzelausstellung auf der Art Brussels (2005) sowie der Nominierung für den Flämischen Kulturpreis (2008). Anouk De Clercq lebt und arbeitet in Brüssel.

