St. Gallen - 5 April 2008 - 25 May 2008

Armen Eloyan - Local Gothic and Culture

Armen Eloyan: Mother Tea Pot, Sugar Cubes, 2007
Armen Eloyan: Mother Tea Pot, Sugar Cubes, 2007

Öl auf Leinwand, Dyptichon, 240 x 360 cm, 94 1/2 x 141 3/4 inch

Courtesy: Galerie Bob van Orsouw, Zürich

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Special Guest: Roman Wolgin

Die Kunst Halle Sankt Gallen freut sich "Local Gothic and Culture", die erste institutionelle Einzelausstellung des armenischen Künstlers Armen Eloyan (*1966) in der Schweiz anzukündigen. Für die Ausstellung sind eigens neue Gemälde und Zeichnungen entstanden, die dem Besucher einen Einblick in das Werk geben.

Armen Eloyan betritt mit seiner Malerei eine Welt voller kruder Persönlichkeiten und anthropomorphisierter Tiere, die sich in wahnwitzigen Situationen befinden. Hier eine laut furzende und entkleidete Königin, dort ein Würstchenkollektiv, hier eine Mickymaus mit Gelbsucht, dort ein Strichmännchen, hier zwei Freunde sich auf einem Sofa lümmelnd, dort ein kleines verängstigtes Mädchen im Wald. Der Betrachter kann zuweilen Schwierigkeiten haben sich mit den bis ins Groteske überzeichneten Figuren zu identifizieren, denn Eloyan entblösst auf eine humorvolle Art und Weise die Unzulänglichkeiten des Homo sapiens. Das Groteske und die Karikatur werden hierbei von dem Künstler als Mittel verwendet um die Verzerrung und Entstellung der Welt überspitzt darzustellen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Eloyan seinen Hauptdarstellern das Leben auf der Leinwand schwer macht und diese in einen Kosmos aus Brutalität, Sexualität, Banalität und Unschuldigkeit einbettet. Es ist, als ob der Künstler für jedes Bild ein Drehbuch geschrieben hätte. Auch wenn der Plot auf der Leinwand oft im Dunkeln bleibt, lärmt und brüllt uns das Bild etwas Narratives entgegen. Eloyan’s Welt ist ein Sampling aus den unterschiedlichsten Quellen wie osteuropäischen Holzschnitten, Stickereien des 19. Jahrhunderts, Märchen, volkstümlichen Erzählungen, Zeichentrickfilmen, Comics und anderen Formen der Populärkultur. Trotz dieser visuellen Anleihen orientiert sich Eloyan an den klassischen Genres der Malerei wie dem Portrait, dem Landschaftsbild und dem Interieur. Seine Malerei erinnert stilistisch an die Werke der Fauves und der Jungen Wilden und hat mit ihnen sowohl die spontane Geste als auch eine expressive Figuration mit chiffrenhaften Gestalten gemein.

Armen Eloyan: Untitled, 2006
Armen Eloyan: Untitled, 2006

Öl auf Leinwand, 50 x 60 cm, 19 5/8 x 23 5/8 inch

Courtesy: Galerie Bob van Orsouw, Zürich

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Pastös und dünn aufgetragene Ölfarbe, eine geschwungene und stakkatoartige Pinselführung, sorgfältig grundierte und Schlieren von heruntertropfender Farbe, beschreiben nur ungenügend den Gestus der physisch nachvollziehbaren Malerei von Armen Eloyan. Sein grosszügiger, teils gar klotzender Malstil verleiht den teilweise opulenten und aus dem Bildrand drängenden Szenarien einen hohen Grad an Lebendigkeit. Eloyan schafft es jedoch nicht nur in seinen grossformatigen und mehrteiligen Gemälden eine skurrile Kommune darzustellen, sondern hat auch das kleinformatige Bild und das Medium der Zeichnung für sich entdeckt. Insbesondere in den hier ausgestellten Bleistiftzeichnungen, die eigentlich eine aufgeblasene Reproduktion derer sind, zeigt sich nochmals sein Gespür für den Bildraum und das gestische Moment. Hier skizziert die kraftvolle Linie nochmals die Unzulänglichkeiten und Peinlichkeiten unserer Spezies in all ihren erdenklichen Formen. Dabei liegt die Faszination gerade in der graduellen Verschiebung des Hässlichen, des Grotesken, des Orgiastischen, des Brutalen und Animalischen verpackt mit Hilfe des Humors um uns letztendlich selbst nicht zu wichtig zu nehmen.

Seit seinem Abschluss an der Rijksakademie Amsterdam im Jahre 2005 lebt und arbeitet Armen Eloyan in Zürich. Zuletzt waren Werke von Armen Eloyan unter anderem in den folgenden Ausstellungen: "Live Undead", Transmission Gallery, Glasgow (2008), "Two feet in one shoe: Armen Eloyan", Parasol unit foundation for contemporary art, London (2007), Centre Culturel Suisse (Project Room), Paris (2007), "Bad Dad", Objectif_exhibitions, Antwerpen (2007) zu sehen.

Roman Wolgin (*1971) zeigt parallel dazu eine Installation, bestehend aus Zeichnungen und Videoarbeiten, die eigens für die Ausstellung entstanden ist. Der in Berlin lebende Russe hat 1993 - 1995 an der Royal Academy of Art in Den Haag studiert und besuchte von 2003 - 2004 die Rijksakademie Amsterdam. Armen Eloyan hat Roman Wolgin als Gast eingeladen, um ihn der Schweizer Öffentlichkeit vorzustellen.

Ein spezieller Dank geht an die Galerie Bob van Orsouw in Zürich.

Die Kunst Halle Sankt Gallen wird unterstützt von der Stadt St. Gallen, Kulturförderung Kanton St. Gallen, Swisslos, Bundesamt für Kultur, Migros Kulturprozent, Fondation Nestlé pour l’Art (Partenariat), sowie St. Galler Tagblatt.

Das kunstpädagogische Programm wird durch die Ria & Arthur Dietschweiler Stiftung, St. Gallen gefördert. www.dietschweiler-stiftung.ch

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Kunst Halle St. Gallen

Davidstrasse 40
9000 St. Gallen
Phone: 
+41 71 222 10 14
Fax: 
+41 71 222 12 76
Exhibition
5 April 2008 - 25 May 2008
Online since 31 March 2008
Opening Hours: 
Tues-Fri 12 - 6 pm, Sat/Sun 11 am - 5 pm