Vienna - 4 July 2008 - 6 September 2008

Sittenbilder (mit Bordüren von Franz Vana)

Alltagsphotographie: Onkel Rudi und Tante Hilda
Alltagsphotographie: Onkel Rudi und Tante Hilda
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Die Ausstellung zeigt neben einer Anzahl von Plakaten aus den 60er, 70er und 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts, auf die Franz Vana mit feinen Wandmalereien eingeht, etliche Zeitschriften, Bücher und Alltagsfotografie aus jener Zeit sowie Kunstwerke von Carl Andre und Shigeko Kubota.

Der Humor ist mir auf meinem ganzen Weg ein brüderlicher Lehrmeister gewesen; ich schulde ihm meine einzigen Triumphe über das Missgeschick. Niemand ist es je gelungen, mir diese Waffe zu entreissen, und ich richte sie umso lieber gegen mich selbst, als ich durch das "Ich" und das "Mich" das unerbittliche Geschick verhöhne. Der Humor ist das Manifest der Würde, eine Bestätigung, dass der Mensch über seinem Los steht. Gewisse meiner "Freunde", denen der Humor völlig abgeht, bedauern es, wenn ich in meinen Texten und in meinen Kommentaren diese essenzielle Waffe gegen mich selbst richte. Diese Besserwisser sprechen von Masochismus, von Selbsthass, ja sogar von Exhibitionismus und Taktlosigkeit, wenn ich meine Nächsten in dieses befreiende Spiel involviere. Sie tun mir leid. Das "Ich" gibt es nicht, und wenn ich meine bevorzugte Waffe gegen das "Mich" richte, ist es nicht anvisiert, sondern überwunden. So liegen die Dinge in Wirklichkeit. (aus: Romain Gary, Frühes Versprechen. Roman. Dt.v.G.Waeckerlin Induni. München, Schirmer Graf, 2008)

Carl Andre: Socratic Love, 1988
Carl Andre: Socratic Love, 1988
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Weil ihm die Zeit egal war, war Grüber seiner Zeit oft voraus.
Schreibt der grosse Gerhard Stadelmaier in seinem Nachruf auf den genialen Klaus Michael Grüber in der FAZ vom 24. Juni 2008.

Sobald Du in die Welt trittst, wird Dich die allgemeine Einsamkeit ergreifen. Du wirst erkennen, dass der Egoismus alle Wesen trennt. Bei aller Mühe wirst Du niemals eine heroische Seele, höchstens eine empfindsame Seele finden. In Paris, dieser Riesenstadt, könnte es Dir vielleicht nach zehnjährigem Suchen gelingen, einen Kreis von dreissig geistvollen und empfänglichen Menschen zu versammeln. Dagegen hast Du vom ersten Tag ab alle Kunstgenüsse.
Stendhal an Pauline Beyle. Marseille,9ter Vendémiaire XIII. (d.i.1ter Oktober 1805).
In: Ausgewählte Briefe Stendhals. München,G.Müller,1910.

Lieber Peter Selz,
da ich eine besondere Vorliebe für Kunstwerke habe, die sowenig wie möglich als solche beabsichtigt sind - ich meine damit, die sowenig wie möglich den Vorsatz haben, ein Kunstwerk zu sein -, machen mir irgendwelche Fehlstellen oder Nachlässigkeiten in einem Werk nicht nur gar nichts aus, wie man leicht verstehen kann, sondern ich muss zugeben, dass ich gewisse Ungeschicklichkeiten und Unstimmigkeiten an einem Werk, die Kunstliebhaber für unverzeihliche Fehler halten, sogar schätze.
Jean Dubuffet an Peter Selz. Paris, 31. Dezember 1961.
In: Jean Dubuffet, Briefe und kleinere literarische Texte. Dt.v.E.Kronjäger. Bern, Gachnang & Springer, 1993.

Galerie Hubert Winter

Breite Gasse 17
1070 Vienna
Phone: 
+43 1 524 09 76
Fax: 
+43 1 524 09 76-9
Exhibition
4 July 2008 - 6 September 2008
Online since 4 July 2008
Opening Hours: 
Di-Fr 11 - 18 Uhr, Sa 11 - 14 Uhr. Die Galerie bleibt vom 20. Juli bis 18. August 2008 geschlossen.