Emmenbrücke LU - 4 February 2012 - 18 March 2012

Ray Hegelbach / ZARIN MOLL / Noemi Stoll

Ray Hegelbach: Der Lachende, 2011
Ray Hegelbach: Der Lachende, 2011

Marker auf Papier, 42 x 29,7 cm

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In seiner Einzelausstellung zeigt Ray Hegelbach (*1983) neueste Bilder und Zeichnungen, die sich im Spannungsfeld zwischen Vergangenheit und Gegenwart bewegen. Mit viel Humor und Gespür für Bildinhalte hinterfragt er die Malereitradition, um sie spielerisch neu zu interpretieren. In der Verschränkung von frischer, dynamischer Malweise und motivischer Rückbesinnung entstehen vielschichtige Bildwelten, die eine ausgeprägte Aktualität besitzen. Die Orientierung am Geist der Vergangenheit ist das Bindeglied zur Musik von ZARIN MOLL. Als Trio streben die Luzernerinnen Vera Schnider (*1986), Corina Schranz (*1987) und Christina Sutter (*1987) durch den experimentellen Umgang mit der Musik und den Instrumenten eine Erweiterung der Ausdrucksmöglichkeiten an. ZARIN MOLL kombiniert Musik aus vergangenen Epochen mit zeitgenössischen Kompositionen und schafft damit traumwandlerische Klangwelten. Sein neues Projekt "schattenriss" wird das Trio zum ersten Mal in der Kunstplattform akku aufführen, auf einer von Noemi Stoll (*1986) entwickelten Bühne, die während der gesamten Ausstellungsdauer als Installation zu sehen sein wird.

Ray Hegelbach: Tafelrundetechnicolor, 2011
Ray Hegelbach: Tafelrundetechnicolor, 2011

Öl auf Leinwand, 170 x 130 cm

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Ray Hegelbach kombiniert in seiner Malerei meist historische Motive aus vergangenen Zeiten mit comic-artigen Figuren und abstrakten Elementen. In der unbefangenen Verschmelzung verschiedener Bildsprachen versucht Hegelbach, die Wirkung des Bildes und die Möglichkeiten seiner Darstellung zu analysieren und kreiert dabei neue, eigenwillige Interpretationen von surrealer Ausstrahlung. Die Geschichte der Malerei selbst wird zum Gegenstand der künstlerischen Auseinandersetzung. Vorlagen aus Büchern der Kunstgeschichte und Populärkultur oder Motive der medialen Bildwelt dienen ihm als Orientierungshilfen, werden im Entstehungsprozess manchmal jedoch bis zur Unkenntlichkeit verändert - ein spielerischer Umgang mit den Referenzen, deren Auflösung teilweise im Titel des Werks zu finden ist. Die formalen und inhaltlichen Überlagerungen erzeugen überraschende Bildwelten, die durch ihre expressive, spannungsreiche und technisch virtuose Bildsprache sowie durch ihre sinnliche Farbigkeit beeindrucken. Mit experimentierfreudiger Leichtigkeit bewegt sich Ray Hegelbach zwischen abendländischer Bildtradition und medialer Bilderflut hin und her und befragt dabei unser visuelles Gedächtnis.

Die unmittelbare Ästhetik und Radikalität von Hegelbachs Malerei finden sich auch in seinen Zeichnungen wieder. Gewöhnliche A3-formatige Schwarz-Weiss-Kopien aus Büchern übermalt er mit Gouache und Filzstift in wilden Gesten zu humorvollen, teilweise absurden Fantasiestücken. Er negiert das Sujet, versucht es im künstlerischen Prozess gar auszulöschen und thematisiert dabei mit viel Witz und Ironie Motive der Kunstgeschichte wie beispielsweise das Porträt und seine vielfältigen Formen - als Bruststück, Kopfbild oder historisch bedeutsames Repräsentationsbild hoch zu Ross.

Ray Hegelbach ist 1983 in Flawil geboren und Busswil TG aufgewachsen. Er studierte an der Schule für Gestaltung St. Gallen, der Universität für angewandte Kunst Wien und absolvierte seinen Bachelor of Arts an der Hochschule für Kunst und Design Luzern. Hegelbach hat ein bemerkenswertes Portfolio an Ausstellungen und Preisen vorzuweisen. Er wurde u.a. mit dem Adolf-Dietrich-Förderpreis (2011) und dem Ausstellungspreis 2011 der Kunstgesellschaft Luzern ausgezeichnet. Ray Hegelbach lebt und arbeitet in Zürich.

Biografische Angaben zu ZARIN MOLL / Noemi Stoll
Vera Schnider (*1986) studierte Harfe an der Hochschule Luzern - Musik bei Prof. Xenia Schindler, wo sie 2011 mit dem Master abschloss. Sie ist Gründungsmitglied des "ensemble proton bern" für zeitgenössische Musik, Mitglied des Ensemble Boswil sowie Absolventin der internationalen Ensemble Modern Akademie (Frankfurt am Main). In Zusammenarbeit mit Komponisten wie Kaaja Saariaho (im Rahmen eines Soloauftritts am Lucerne Festival), Wladimir Tarnopolski und Heinz Holliger gelang es ihr, den Umgang mit neuer Musik weiter zu vertiefen.

Corina Schranz (*1987) studierte klassischen Gesang bei Prof. Peter Brechbühler an der Hochschule Luzern - Musik und erhielt 2011 das Konzertdiplom (Master of Performance). Ab 2008 erhielt sie ergänzend Gesangsunterricht bei Valerie Guillorit in Amsterdam. Meisterkurse bei Margreet Honig gaben ihr zusätzliche Impulse. Die Sopranistin ist neben ihrer Arbeit als Interpretin auch in den Bereichen Komposition und Improvisation tätig. Corina Schranz ist Preisträgerin des Edwin Fischer-Wettbewerbes 2011.

Christina Sutter (*1987) schloss im Sommer 2011 mit dem Master of Arts in Performance an der Hochschule Luzern - Musik bei Liliane Zürcher ab. Dabei gaben ihr Meisterkurse bei François Le Roux, Gerd Türk, Margreet Honig, Rita Dams, Michael Chance und Angelika Lutz wichtige Impulse. Neben ihrer solistischen Tätigkeit wirkt Sutter regelmässig in verschiedenen Formationen wie Voces Suaves, Duo Sutter-Walsh und Larynx mit.

Noemi Stoll (*1986) ist zurzeit in der Masterausbildung an der Zürcher Hochschule der Künste. Zuvor studierte sie ein Semester lang in Hamburg in der Klasse von Matt Mullican und Achim Hoops. Neben dem Studium realisierte sie Bühnenbilder und Kostüme für verschiedene Projekte in den Bereichen Film und Theater. So entstand in New York City zusammen mit Elin Gronblom der Videoclip "Double Blind" von Esque oder das Stück "Seelensplitter" mit ZARIN MOLL.

Kunstplattform akku

Gerliswilstrasse 23
6020 Emmenbrücke LU
Phone: 
+41 41 260 34 34
Exhibition
4 February 2012 - 18 March 2012
Online since 26 January 2012
Opening Hours: 
Mi-Sa 14 - 17 Uhr, So 10 - 17 Uhr