Zurich - 28 August 2010 - 9 October 2010
Monochrome
Mit Beschränkung auf nur eine Farbe macht sich die Monochromie zum Sujet was in der Kunst sonst als Gestaltungsmittel fungiert. Die Farbe und ihre Ausdehnung auf der Fläche lässt Charakteristika von Malerei und Skulptur gleichermaßen verstärkt hervortreten: Durch die radikale Reduktion der Farbe tritt diese selbst als absoluter Wert in Erscheinung - zugleich gewinnt mit dem Verlust des Bildsujets ein jedes monochromes Werk an Plastizität. Das Konzept Einfarbigkeit scheint dazu zu führen, dass Gattungsgrenzen verwischt werden, dass monochrome Werke anmuten, sich formal zu ähneln - vermag das übergeordnete Ziel doch die letztmögliche Konzentration und Minimierung von Farbe zu sein. Die Monochromie umreisst damit einen Grenzbereich, der maßgeblich geprägt ist von der Unterschiedlichkeit ähnlicher Phänomene:
Olivier Mosset etwa stellt als Verfechter der radikalen Abstraktion den historisch bewährten Platz des Motivs auf der Leinwand infrage. Als Folge dieser Kritik fokussiert er die Farbe als Essenz des Malerischen und stellt damit das Prinzip der Objektivität in den Raum. Entgegen dieser konsequenten Radikalität täuschen die monochromen Werke Carrie Yamaoka's die Wahrnehmung - geben ihre verspiegelten, reliefartigen Objekte doch eine Plastizität vor, die viel ausgeprägter erscheint, als sie tatsächlich ist. Auf eine antidekorative Weise vermag auch Andreas Golinski einen überraschenden Aspekt der Monochromie aufzuzeigen: Wenn er Dokumente pastos schwarz übermalt, dadurch Inhalte unsichtbar macht, so knüpft Golinski metaphorisch an das Wesen monochromer Malerei an: Die Inhaltslosigkeit. Eine weitere Facette monochromer Vielfalt zeigen die reliefartigen Gemälde Beni Bischofs, die den Wert der Farbe als Material aufzeigen: Strukturellen Höhungen und scharfen Kanten durchziehen die Arbeiten, vermögen durch externen Lichteinfall die Monochromie zum Leben zu erwecken, zeigen immer neue Licht-und-Schatten Spiele.
Die Galerie Lange + Pult zeigt diese und weitere künstlerische Positionen in ihrer Ausstellung "Monochrome" und markiert damit einmal mehr die Vielfalt des künstlerischen Phänomens Monochromie.

