Zurich - 27 August 2010 - 16 October 2010
Agata Madejska - Objet trouvé
Widmer+Theodoridis contemporary freut sich die deutsche Fotografin Agata Madejska im Galerieraum zu begrüssen. Für ihre erste Einzelausstellung in der Schweiz hat sich die Künstlerin für eine Zusammenstellung verschiedener Serien entschieden. Zu sehen sind 'Kosmos', 'Ideogram' und 'Work-in-progress'.
Mit dem Titel 'Objet trouvé' verweist Madejska auf den Begriff des Ready-made wonach sich die Gebrauchsfunktion der Form unterordnet. Durch die Anordnung, beziehungsweise Sichtänderung, entsteht so ein zweckfremdes, neues Objekt, das mit dem eigentlichen Gegenstand funktional nichts mehr zu tun hat.
Objekte, die im grauen Allerlei des Alltags beliebig und uninteressant erscheinen, stehen nun herausgelöst von der Masse im Fokus ihrer Aufmerksamkeit. Durch die Reduktion auf die Form gewährt Madejska nicht nur einen genauen Blick auf eine bekannte Oberfläche, sondern moduliert daraus eine neue, eigenständige Identität, die vor allem durch einen kontrollierten Einsatz von Licht geprägt ist.
Seit dem platonischen Höhlengleichnis sind Licht und Schatten unweigerlich mit Fragen der Existenz und ihrer Ideen verknüpft. Erst mit der Erfindung der Fotografie gelangte man in den Besitz eines vermeintlich unbestechlichen Instrumentes zur wahrheitsgetreuen Abbildung und Dokumentation unserer Welt. Die Idee, dass jede Zeit und Generation ihre weltgeschichtliche Zeichen und Reflektionen hinterlässt, sich anhand dieser orientiert und bestimmt, kann als Arbeitsansatz betrachtet werden.
Madejska's Vorgehensweise definiert sich aus der genauen Betrachtung und der präzisen Bestimmung von Sichtbarem und nicht Sichtbarem. Zeitpunkt und Lichtmenge ziehen Linien und trennen Licht von Dunkel. Mit diesem kreativen Schnitt formt sie neue Abbilder der Wirklichkeit. In ästhetisch schönen Bildern entwirft sie so Kinderspielplätze, Hochhäuser, Monumente - skulptural, solitär, platonischen Bauplänen ähnelnd.
Agata Madejska lebt und arbeitet in Düsseldorf und London. Ihr Studium in Fotografie hat sie 2007 an der Universität Duisburg-Essen bei Gisela Bullacher abgeschlossen. Seit 2008 arbeitet sie an ihrem MA Photography am Royal College of Art, London. Gezeigt wurden ihre Arbeiten in verschieden Ausstellungen in Europa, unter anderem am 2. Internationalen Fotografiefestival in Leipzig, im Haus der Photographie, Deichtorhallen, Hamburg, im Martin Gropius Bau, Berlin und im Musée de l'Élysée in Lausanne. Mit 'Gute Aussichten', einem der renommiertesten Wettbewerbe Deutschlands für junge Fotografen, konnte Madejska einem breiten Publikum gleich zwei ihrer Arbeiten präsentieren: 'Kosmos' 2008 und 'alpha' 2010.

