Zurich - 17 May 2008 - 19 July 2008

Karen Sargsyan - theatrical and exaggerated but at the same time intimate and nearby

Karen Sargsyan: Hamlet, 2007
Karen Sargsyan: Hamlet, 2007

(detail), Paper, metal, wood
200 x 300 x 270 cm, 78 3/4 x 118 1/8 x 106 1/4 inch
Courtesy Bob van Orsouw Gallery, Zurich

Im Rahmen von Suzie Q Projects freuen sich Birgid Uccia und Bob van Orsouw, erstmals in der Schweiz eine Einzelausstellung mit den skulpturalen Arbeiten von Karen Sargsyan realisieren zu können. Sargsyan wurde 1973 in Yerevan (Armenien) geboren. Er lebt und arbeitet in Amsterdam, wo er vor kurzem sein Kunststudium an der Rijksakademie abschloss.

Die raumgreifenden Installationen von Sargsyan sind gegenständlicher Natur. Der Künstler schwört gängigen Materialien ab und verwendet für seine Skulpturen ausschliesslich Papier, das in monochrome und farbige Formen geschnitten und in mehreren Schichten übereinander gelegt wird. Sargsyan stellt nicht "Papiers Coupés" im klassischen Sinne her, indem er Papierbögen zu freien Figuren ausschneiden und sie dann auf zweidimensionale Bildträger überführen würde. Vielmehr ordnet er seine lebensgrossen Figuren frei im Raum zu bühnenartig wirkenden Szenen an. Dabei referiert er auf literarische Vorlagen oder Kompositionsschemata, die aus der Kunstgeschichte bekannt sind.

Karen Sargsyan: Hamlet, 2007
Karen Sargsyan: Hamlet, 2007

(detail), Paper, metal, wood
200 x 300 x 270 cm, 78 3/4 x 118 1/8 x 106 1/4 inch
Courtesy Bob van Orsouw Gallery, Zurich

Trotz des fragilen Materials wirken die Figuren voluminös und strahlen eine beinahe physische Präsenz aus. Sie rufen Assoziationen an antike Helden, Krieger oder Gestalten aus phantastischen Erzählungen wach. Häufig ordnet ihnen Sargsyan an Requisiten erinnernde Papierobjekte zu und ermöglicht damit eine narrative Lesart. Jede einzelne Figur zeichnet sich durch eine lebhafte Körpersprache aus, die durch die leichte Formbarkeit des Papiers zu tänzerischen Bewegungen choreographiert wird. Die Physiognomie wirkt maskenhaft und trägt oft tragikomische Züge, was den Figuren einen schwer zu entschlüsselnden Charakter verleiht.

Im Rahmen dieser Ausstellung werden die beiden 2007 entstandenen Installationen "Shelter" und "Hamlet" gezeigt. Eindrücklich wird in diesen Werken sichtbar, wie Sargsyan die Schere so spontan und spielerisch einsetzt als würde er mit dem Bleistift auf Papier zeichnen. Die Protagonisten werden nicht formelhaft vereinfacht, sondern tragen bis ins Detail ausgearbeitete, fast prächtig wirkende Kostüme. "Shelter" erinnert in seiner spröden Farbigkeit an eine burleske Szene, in der zwei harlekinartige Wesen auf einer leicht erhöhten Bühne interagieren. Demgegenüber greift die Installation "Hamlet" den Topos des tragischen Heldens auf, der sich einem unentrinnbaren Schicksal ausgesetzt sieht. Die bis heute zu immer neuen Interpretationen anregende Figur des Hamlet fasziniert den Künstler aufgrund seines komplexen Charakters, der zwischen Vernunft und Gewissen, Geist und Tat, aktivem Protest und passiver Verzweiflung oszilliert und damit exemplarisch existentielle Züge aufweist.

Birgid Uccia

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Suzie Q Projects

Birgid Uccia / Bob van Orsouw
Limmatstrasse 265
8005 Zurich
Phone: 
+41 44 273 03 00
Fax: 
+41 44 273 03 04
Exhibition
17 May 2008 - 19 July 2008
Online since 12 May 2008
Opening Hours: 
Tues-Fri 12 - 6 pm, Sat 11 am -5 pm, and by appointment