Zurich - 12-28 March 2010
Jeroen Geel - Malum
Ausgangslage für Jeroen's Arbeit sind Streifzüge in der Umgebung seiner Wohnung am Fusse des Pilatus. Dabei sind es oft Pflanzen während ihres Zerfalls, die seinen Blick fesseln. Entsprechend tauft er seine Ausstellung "Malum", was auf Lateinisch sowohl Apfel, als auch Übel bedeutet."
Im Atelier wird das Beutegut zu Bildvorlagen zusammengestellt. Den so komponierten Stillleben versucht Jeroen ein Bild abzuringen. Das Ringen zwischen seiner Vorstellung und dem realem Vorbild lassen langsam Schicht für Schicht ein Bild auf dem Papier entstehen. An sich ist das Ziel dabei klar - die Vorlage muss aufs Blatt. Und doch verändert jeder Pinselstrich meine Bildvorstellung und diese lenkt wiederum den Pinsel auf andere Wege. So ist das fertige Bild immer das Ergebnis langen Ringens, das Hartnäckigkeit und Geduld erfordert. Das Überraschungsmoment ist auf diese Weise immer vorhanden und bildet einen Hauptantrieb seiner künstlerischen Tätigkeit.
Jeroen über seine Arbeit: "Ein solches Vorgehen ist natürlich anstrengend. Bequemer ist es, andere für sich arbeiten zu lassen. Zum Beispiel Regenwürmer. Obwohl der Regenwurm gerade Mal hell und dunkel unterscheiden kann, ist er der Prototyp des bildenden Künstlers: Er durchdringt seine Materie vollkommen und ist von ihr durchdrungen, er verdaut sie und schafft daraus sein Werk. Er ist sehr produktiv und seine Arbeiten haben einen hohen Wiedererkennungswert. Dadurch wäre er wie geschaffen für den modernen Kunstbetrieb. Dieser kleine Bildhauer schafft es täglich, mehrere Plastiken aus seinen Gedärmen an die Erdoberfläche zu drücken. So dass dem Müssiggänger nichts weiter zu tun bleibt als diese grazilen Gebilde vorsichtig aufzuheben und in einem passenden Gehäuse auszustellen - wie in meiner Serie Cumulus Lumbricus".
Fernab von Trends geht Jeroen seinen Weg. Er ist alten Techniken der Malerei, der Farbherstellung, oder der Gerberei verpflichtet, richtet aber leichtfüssig seinen Blick auf naturalistische Objekte. Als junger Künstler - er ist Mitglied der Produzentengalerie Alpineum in Luzern - mischt seine Neugier immer bei der Arbeit mit. Ihn interessiert die Wandlung, die das Objekt im Zerfall erfährt - oder im Verlauf des Arbeitsprozesses. So sind seine Arbeiten oft voller ironischer Anspielungen und lassen sich nicht einfach einordnen.
Weitere Öffnungszeiten:
Samstag, 13. März, 16 - 19 Uhr
Freitag, 19. März, 17 - 21 Uhr
und nach Vereinbarung


