Thun - 6 February 2010 - 11 April 2010
Landschaft im Wandel
Die Zersiedelung der Schweizer Landschaft schreitet unaufhörlich voran und erstreckt sich vom Mittelland her vermehrt auch in die Alpentäler und in den Jura. Die "urbane Durchdringung" macht sich in den Gebirgslandschaften bemerkbar. Aber auch die Beton- und Stahlkonstruktionen der alpinen Infrastrukturen verändern das Erscheinungsbild von Bergen und Tälern nachhaltig. Die Spuren des Menschen werden in noch vor kurzem unberührten Landschaften immer sichtbarer und prägend. Gerade die Region Berner Oberland verdeutlicht beispielhaft derartige Veränderungen.
Eindrücklich zeugen die Werke aus der Sammlung des Kunstmuseums Thun in der diesjährigen Ausstellung von diesem Wandel. Mit teilweise idyllischen, aber auch mit utopischen Darstellungen verbildlichen Künstlerinnen und Künstler die Transformation, Evolution und das Verschwinden ganzer Landschaften bis hin zu den Betonwüsten unserer Städte. Sie nehmen damit Themen auf, welche die Raum- und Stadtplanung genauso betrifft wie die Landschaftsarchitektur.
In Veduten des 19. Jahrhunderts präsentierten zahlreiche Künstler die noch idyllische Landschaft, jedoch bereits für ein vorwiegend touristisches Publikum. Die Landschaft, besonders die Gebirgswelt, wird damit nicht mehr als bedrohlich und erhaben angesehen, wie es noch während der Romantik geschah. Doch auch diese romantische Sicht auf die Natur wird noch bis in die Gegenwartskunst thematisiert. Im Verlaufe des 20. Jahrhunderts dringt immer mehr die vom Menschen veränderte Natur und schliesslich die Stadtlandschaft in den Bildkosmos ein, so zum Beispiel bei Kunstschaffenden im Umfeld der Schweizer Pop Art, die sich vermehrt mit dem Alltag und damit auch mit dem Leben in der Stadt auseinandersetzten. Daneben zieht sich das Interesse von Kunstschaffenden an utopischen und fantastischen Landschaften über die verschiedenen Jahrhunderte: von Paul Klee bis zu jungen Kunstschaffenden wie Monica Ursina Jäger oder Vidya Gastaldon.
Ergänzt wird die Ausstellung mit neuen und weiteren Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern, die in der Sammlung bereits vertreten sind (Reto Camenisch, Christian Helmle, Monica Ursina Jäger, Reto Steiner) und die sich in ihrem Schaffen kontinuierlich und auf eindringliche Weise mit Landschaft, Natur und deren Bezug zur Kultur befassen.
Mit Werken von: Johann Ludwig Aberli, Cuno Amiet, Bruno Augsburger, Reto Camenisch, Rainer Eisch, Emilienne Farny, Bendicht Friedli, Vidya Gastaldon, Alfred Glaus, Christian Helmle, Johann Kaspar Huber, Johannes Itten, Monica Ursina Jäger, Paul Klee, Max Matter, Otto Morach, Claudio Moser, Reto Steiner, Marquard Wocher, Johann Heinrich Wuest u. a.
Zur Ausstellung erscheint ein Cahier (D/E) mit zahlreichen Abbildungen.



