Aarau - 30 January 2010 - 9 May 2010
CARAVAN 1/2010: Nathalie Bissig
Nathalie Bissig zeigt im Aargauer Kunsthaus eine Auswahl filigraner Zeichnungen, die die junge Zeichnerin und Fotografin intuitiv und spontan entstehen lässt. Fasziniert von den Meisterwerken Caspar Wolfs und Johann Heinrich Füsslis, will sie Ihre neusten Arbeiten im Aargauer Kunsthaus auserwählten Sammlungswerken gegenüberstellen.
Für die Präsentation ihrer neusten Arbeiten auf Papier hat Nathalie Bissig (*1981) einen Raum in der Sammlungsausstellung ausgewählt. Ihre Zeichnungen führt sie spontan und mit schnellen Strichen aus. Die Arbeiten entstehen meist in Serie, in dem die Künstlerin ein Motiv oder ein Thema zeichnerisch auslotet, ja geradezu erforscht. Beim Zeichnen sucht Nathalie Bissig nach einem unmittelbaren Ausdruck, nach einem Zustand bei dem der Kopf ausgeschaltet ist, sozusagen losgelöst von der Hand die zeichnet. Es sind intuitive Gedankenfetzen und Formsplitter, die sie mit Tusche, Tinte Ölfarbe oder Farbstift einfängt. Die Künstlerin erschafft - oft mit wenigen Strichen - Figuren, Gesichter oder Körperfragmente, die in ihrer eindrücklichen Ausdruckskraft die Feinheit der Zeichnung kontrastieren. In den stimmungsmässig intensiven Bildwelten liegen Irritation, Melancholie, Verführung und Beklemmung eng beieinander.
Nathalie Bissigs künstlerisches Schaffen findet Ausdruck in der Fotografie wie auch in der Zeichnung, oft kombiniert sie die beiden Medien miteinander. Der Fotografie, als ein Abbild der Aussenwelt, setzt sie mit ihren Zeichnungen Bilder einer inneren Welt gegenüber. Fasziniert von den Berglandschaften Caspar Wolfs (1735-1783) und den phantastischen Gemälden Johann Heinrich Füsslis (1741-1825) hat sich die Künstlerin für die CARAVAN-Ausstellung entschieden, ihre Zeichnungen für einmal nicht mit eigenen Fotografien sondern mit Sammlungswerken in einen Dialog zu setzten.
Nathalie Bissig, geboren und aufgewachsen im Kanton Uri, lebt und arbeitet in Zürich. Sie hat die Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich besucht und 2004 im Studienbereich Fotografie abgeschlossen. Bisherige Ausstellungen (Auswahl): Jahresausstellung Zentralschweizer Kunstschaffen, Kunstmuseum Luzern (2009/2005); Werk- und Atelierstipendien der Stadt Zürich, Helmhaus, Zürich (2009); 88.15, Binz39, Zürich (2008); Kopfstand, Galerie Widmer+Theodoridis contemporary, Zürich (2008); ewz.selection, ewz-Unterwerk Selnau, Zürich (2008); Top of Central Switzerland, Kunstmuseum Luzern (2008); Urner Jahresausstellung, Haus für Kunst Uri, Altdorf (2007); Freitag der 13., station21, Zürich (2006); Kritik und Protest laut und leise, Haus für Kunst Uri, Altdorf (2004). Auszeichnungen: Atelierstipendium der Stadt Zürich (2009); ewz.selection, Fotopreis in der Kategorie Fine Arts (2008); Förderpreis der Kunst- und Kulturstiftung Heinrich Danioth (2007/2002).
Kuratorin: Madeleine Schuppli

