Esther Kempf Time is Time Ausstellung vom 24. August bis 15. Oktober 2011 ![]() Esther Kempf: aus "En Passant", 2011 Serie von 18 Skizzen in Form von Fotografien, unterschiedliche Formate ![]() Esther Kempf: aus "En Passant", 2011 Serie von 18 Skizzen in Form von Fotografien, unterschiedliche Formate ![]() Esther Kempf: aus "En Passant", 2011 Serie von 18 Skizzen in Form von Fotografien, unterschiedliche Formate Zur Saisoneröffnung zeigt die Galerie Brigitte Weiss in einer zweiten Einzelaussstellung neue Arbeiten der Konzeptkünstlerin Esther Kempf (1980). Mit dem Ausstellungstitel 'Time is Time' verweist die Künstlerin einerseits auf ihre Beschäftigung mit Verdoppelungen und Wiederholungen und andererseits auf die unterschiedliche Wahrnehmung von Zeit in ihrem Werk. Worte/Begriffe und ihr Bezug zur physischen Umgebung (Träger) in der sie vorkommen sind weitere Themen dieser Ausstellung. Raum 1 "En Passant", 2011 - Serie von 18 Skizzen in Form von Fotografien in unterschiedlichen Formaten. Festgehaltene Ideen, beim Vorbeigehen erblickt; ein Einfall, der zwischen Handlungen schnell ausgeführt wird. Kurz: von Sehen bis Machen, Realisieren - wobei das experimentelle Vorgehen der Künstlerin sichtbar wird. Zum Beispiel: Das Wort 'Wert' auf der Computer-Tastatur, eine Glasscheibe aus aufgetürmten Trinkgläsern, die Repetition eines Textteils auf zwei Buchseiten. Für das Video "Auto-Synopsis 3 (Fitzcarraldo)", 2011 hat Esther Kempf mit Material (Bild und Ton) aus dem Spielfilm 'Fitzcarraldo' von Werner Herzog (1982) gearbeitet. Sie hat Filmsequenzen herausgelöst und zu einer neuen Abfolge von zwei Sätzen montiert - zur inhaltlichen Zusammenfassung des Films. Dabei geht es der Künstlerin um Objektivierung und Distanz. Die Protagonisten - v.a. Klaus Kinski als Hauptdarsteller - werden als Erzähler des Films inszeniert und erscheinen in dieser Position distanziert zu dem was im Film passiert. Die Nüchternheit der Zusammenfassung steht im Kontrast zur Emotionalität, mit der die Worte von den Filmschauspielern geäussert werden. Raum 2 "Planeten / Götter", 2011 - Eine Sammlung von 8 Markenartikeln auf einem Wandregal. Eine Gruppe von Gegenständen - Body Lotion, Hornhaut-Klinge, Bleistiftspitzer, Schokoriegel, Taschentrompete, Hockeyball, Feuerwerk, Bierdose - die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, ausser dass sie die Namen der Planeten unseres Sonnensystems tragen und - von Konsumenten normalerweise nicht beachtet - auch die Namen von Göttern. Das Video "Bestand", 2011 besteht aus einer Sammlung von Filmsequenzen aus dem Filmschaffen von Volker Schlöndorff und Margarethe von Trotta. Losgelöst vom jeweiligen Filminhalt werden Gegenstände gezeigt, die im Bild zu sehen sind, während gleichzeitig ihre Bezeichnung ausgesprochen wird. Der Künstlerin geht es dabei um die Sichtbarmachung dieser Verdoppelung. Der Eindruck, dass es sich um das Inventar eines gemeinsamen Hausrats handeln könnte, ist kein Zufall. "Der Held erscheint am Horizont und reitet der Kamera entgegen", 2011 Rechteckige Einschnitte im Buch Winnetou III von Karl May geben die Sicht auf bestimmte Worte von vorhergehenden Seiten frei. Vom unteren Seitenrand zum oberen werden die Einschnitte graduell tiefer; das Wort 'Sonne' beispielsweise liegt im Buchrelief am tiefsten. Das aufgeschlagene Buch steht für die Kameraeinstellung eines Films. Die Worte markieren Stationen auf dem Weg, welcher der Protagonist von Hinten nach Vorne durch die Topografie der Landschaft, bzw. des Buches zurücklegt. Sie sagen aus, wie die Figur - je nach Distanz zum Betrachter unterschiedlich wahrgenommen wird. Je näher der Held kommt, desto genauer wird er erkannt und definiert: Punkt - Körper - Pferd - Reiter - Krieger - Winnetou. "The Cruise of the Pequot", 2011 Für "The Cruise of the Pequot" hat Esther Kempf den Literaturklassiker Moby Dick von Herman Melville bearbeitet. Der erzählerische Faden des Romans ist die Fahrt des Walfangschiffes Pequot auf der Jagt nach dem weissen Wal Moby Dick. Die Reise beginnt bei der Walfängerinsel Nantucket an der amerikanischen Ostküste, führt durch den Atlantik, vorbei an Afrika, durch den Indischen Ozean und endet in der Südsee mit der Begegnung mit Moby Dick. Durch Einschnitte im Buch kommen im Text vorhandene Worte auf der aufgeschlagenen Doppelseite zum Vorschein. In ihrer Anordnung stellen sie die Reiseroute der Pequot dar. Dies einerseits durch geographische Bezeichnungen und andererseits durch das Wort 'ship', welches in seiner Wiederholung die Route durch die Weltmeere beziehungsweise über die Doppelseite beschreibt. Home |
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